Vom "Ich kann das nicht" zum "Ich schaff das"
- Sonja Wagesreiter

- 3. Aug.
- 3 Min. Lesezeit
Das LearnFlow-Konzept für mehr Selbstwirksamkeit beim Lernen
"Ich kann das nicht."
Vier Wörter, die viele Eltern regelmäßig hören – bei den Hausaufgaben, vor einer Schularbeit, manchmal schon beim ersten Blick auf ein neues Blatt. Was dahintersteckt, ist selten fehlendes Können. Es ist ein Glaubenssatz, der sich festgesetzt hat, bevor das Kind überhaupt einen Versuch gestartet hat.
Genau hier setzt unser Konzept bei LearnFlow an: Nicht mehr Stoff, nicht mehr Druck – sondern der Weg vom "Ich kann das nicht" zum "Ich schaff das".
Warum der Satz "Ich kann das nicht" so mächtig ist
Kinder, die einmal die Erfahrung gemacht haben, an einer Aufgabe zu scheitern oder für einen Fehler kritisiert zu werden, entwickeln oft eine Schutzstrategie: Bevor ich es versuche und scheitere, sage ich lieber gleich, dass ich es nicht kann. Das fühlt sich sicherer an, als es zu probieren und enttäuscht zu werden.
Das Problem: Dieser Satz wird mit jeder Wiederholung wahrer – nicht weil er stimmt, sondern weil das Kind ihn zunehmend glaubt. Aus einer einzelnen schwierigen Situation wird eine feste Überzeugung über die eigenen Fähigkeiten.
Der Unterschied zwischen Können und Glauben
Selbstwirksamkeit – der Glaube, eine Herausforderung aus eigener Kraft bewältigen zu können – entscheidet oft mehr über den Lernerfolg als die tatsächliche Begabung. Ein Kind mit mittlerem Talent, aber hoher Selbstwirksamkeit, probiert mehr aus, hält Rückschläge besser aus und lernt dadurch mehr dazu als ein hochbegabtes Kind, das sich selbst nichts zutraut.
Das bedeutet: Der wichtigste Hebel ist oft nicht "mehr üben", sondern die innere Überzeugung des Kindes zu verändern.
Wie der Weg vom "Ich kann das nicht" zum "Ich schaff das" konkret aussieht
Schritt 1 – Den Satz hörbar machen, nicht bekämpfen. Statt sofort zu widersprechen ("Doch, du kannst das!"), erstmal anerkennen: "Du glaubst gerade, dass du das nicht schaffst. Das ist ein Gefühl, kein Fakt." Diese kleine Distanz nimmt dem Satz seine Macht.
Schritt 2 – Die Aufgabe in schaffbare Teile zerlegen. "Ich kann das nicht" bezieht sich fast immer auf das große Ganze. Sobald die Aufgabe in kleine, machbare Schritte zerlegt wird, verschiebt sich der Fokus von "unmöglich" zu "der erste Schritt geht schon".
Schritt 3 – Vergangene Erfolge sichtbar machen. Kinder vergessen erstaunlich schnell, was sie schon geschafft haben. Konkret erinnern: "Weißt du noch, letzten Monat dachtest du auch, du schaffst die Buchstaben nicht – und jetzt liest du schon ganze Sätze."
Schritt 4 – Fortschritt statt Perfektion feiern. Nicht "Ist es richtig?", sondern "Was hast du dabei gelernt, auch wenn es nicht perfekt war?". Das verschiebt den inneren Maßstab von Erfolg/Misserfolg zu Wachstum.
Schritt 5 – Die Sprache verändert sich zuerst beim Kind selbst. Ziel ist nicht, dass Eltern "Du schaffst das" sagen – sondern dass das Kind irgendwann selbst sagt: "Das ist schwer, aber ich probier's." Das ist der eigentliche Wendepunkt.
Was Eltern dabei nicht tun sollten
Vorsicht vor leerem Trost à la "Das schaffst du schon" ohne echte Grundlage – Kinder merken sehr genau, wenn Zuspruch nicht auf etwas Konkretem beruht, und das schwächt eher das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung. Genauso wenig hilft es, dem Kind die Aufgabe abzunehmen, sobald "Ich kann das nicht" fällt – damit bestätigt sich der Glaubenssatz nur weiter.
Häufige Fragen
Warum sagt mein Kind ständig "Ich kann das nicht", obwohl es die Aufgabe eigentlich beherrscht? Meist ist es ein gelernter Schutzmechanismus gegen die Angst vor Scheitern oder Kritik – kein tatsächliches Unvermögen. Der Satz schützt davor, es zu versuchen und möglicherweise zu enttäuschen.
Wie reagiere ich richtig, wenn mein Kind sagt, es schafft etwas nicht? Erst anerkennen, dass sich das gerade so anfühlt, dann die Aufgabe gemeinsam in kleinere, machbare Schritte teilen – statt zu widersprechen oder die Aufgabe zu übernehmen.
Kann man Selbstwirksamkeit bei Kindern gezielt fördern? Ja. Selbstwirksamkeit wächst vor allem durch eigene, echte Erfolgserlebnisse – auch kleine – und durch die bewusste Erinnerung daran, was bereits gelungen ist.
Ist das nur für Kinder mit Lernschwierigkeiten relevant? Nein. Der Glaubenssatz "Ich kann das nicht" betrifft Kinder aller Leistungsniveaus – oft gerade auch sehr ehrgeizige Kinder, die hohe Ansprüche an sich selbst haben.
Wenn ihr diesen Weg gemeinsam mit eurem Kind gehen wollt, begleiten wir bei LearnFlow genau diesen Prozess Schritt für Schritt – mit dem LernKompass 360° als Ausgangspunkt, um zu verstehen, wo euer Kind gerade steht.



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